Ist Snow Leopard sein Geld wert oder fehlt das Killer-Feature
Mac OS X 10.6 Snow Leopard ist die neueste Version von Apples Betriebssystem. Oftmals hört man Lob über den geringen Preis des Upgrades von € 29. Doch werden auch andere Stimmen laut die behaupten, dass es eine Frechheit sei für diese Update überhaupt etwas zu verlangen, da diese Version nicht mehr als eine Überarbeitung von OS X 10.5 Leopard sein kann.
Es stimmt schon, allzu viele neue Features sind in Snow Leopard nicht zu finden. Natürlich wurde das gesamte Betriebssystem überarbeitet. Laut Apple sollen an die 90 Prozent aller Projekte von 10.5 Leopard verbessert oder völlig neu programmiert worden sein. Snow Leopard ist schnell und gut geworden, kein Thema. Aber irgendwie fehlt das Killerfeature, der große Aufhänger, der auch für den Normal-User sofort zu sehen ist.
Nun, es ist schwierig zu beurteilen, ab wann die Anzahl der neuen Features, Verbesserungen oder Änderungen groß genug ist, eine neue, kostenpflichtige Version zu rechtfertigen. Kann man das überhaupt anhand der Anzahl neuer Features so einfach beurteilen? Aus Entwicklersicht sicherlich nicht, da steckt mehr dahinter. Doch ist der tatsächliche Mehrwert von Snow Leopard auch den Kunden wirklich ersichtlich? Vor allem jene, die mit dem Anpreisen der Neuerungen wie die 64 Bit-Unterstützung, Grand Central oder Open CL nichts anfangen können. Diese Anwender starten Snow Leopard, sehen auf den ersten Blick allerdings keine Unterschiede zu OS X 10.5 und fragen sich natürlich wofür sie eigentlich bezahlt haben. Vielleicht fallen diesen Leuten noch das neue QuickTime und der schnellere Finder auf, aber das war es dann auch schon.
Klar, man kann nun entgegnen, Snow Leopard ist doch viel schneller, vielleicht auch stabiler und es bietet grandiose, zukunftsweisende Technologien. Man kann diese Dinge aber nicht mit den Augen sehen! Und genau darauf will ich hinaus.
Windows machts besser
Bei Windows ist es zurzeit ja ähnlich. Bald kommt ja das neue Windows 7 auf den Markt. Und auch hier handelt es sich um eine gründliche Überarbeitung von Windows Vista mit zahlreichen, zum Teil auch sehr sinnvollen, neuen Features und Technologien. Microsoft hat aber auch die Taskbar, das Fenstermanagement und den Desktop nicht nur funktionell sondern auch optisch überarbeitet. Und das sieht man. Habe ich Vista und Win 7 nebeneinander auf zwei Monitore, kann ich sie sofort unterscheiden. Diese Unterscheidung wird bei OS X 10.5 und 10.6 eher schwierig. Ich denke Microsoft macht das etwas geschickter.
Auch die Optik zählt
Mir ist schon klar, diese optischen Spielereien bringen oftmals keinen wirklichen Mehrwert. Doch ist es ja beim Autokauf auch nicht anders. Wenn ich mich entscheide von meinem geliebten Auto ein neues Modell zu kaufen, dann erwarte ich auch optische Änderungen – ich will das neue Modell auf den ersten Blick erkennen. Würde ein Autohersteller immer nur die Technik anpassen und verbessern aber nie das Design, bliebe er darauf sitzen, da wette ich.
Erinnern wir uns noch wie lange und hartnäckig sich das Gerücht von der neuen Oberfläche “Marble” für OS X 10.6 gehalten hat. Alle haben darüber berichtet. Wie wird es aussehen und was wird sich ändern? Nach jeder Veröffentlichung eines Entwickler-Release wurde berichtet, dass Marble (noch) nicht in dieser Version enthalten sei – es kommt wohl erst mit dem nächsten Release. So was zieht einfach bei den Leuten, das interessiert sie. Und viele waren enttäuscht als klar wurde, dass die Oberfläche von OS X gleich bleiben wird.
Fazit
Snow Leopard ist eine gelungene neue Version von Apples Betriebssystem, mit vielen Verbesserungen, zukunftsweisenden Technologien und Features und weiters glaube ich auch , dass Snow Leopard mit Sicherheit sein Geld wert ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Begeisterung über das Betriebssystem und die Akzeptanz über das kostenpflichtige Update, durch ein paar “greifbare” Features oder optische “Schmankerl” noch um einiges höher wäre.
Doch wie seht ihr das?

