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Die Zukunft von iTunes liegt in der Wolke

von Andreas am 11. Dezember 2009 Kein Kommentar

Foto: AppleVor einigen Tagen wurde der Kauf des Online-Musikdienstes Lala (wir haben berichtet) durch Apple bekannt.

Doch was will Apple damit? Diese Frage stellen sich zur Zeit viele und es gibt verschiedenste Vermutungen. Eine davon ist, dass Apple die Software iTunes sowie die gesamte Musikbibliothek online bringen will.

So abwegig ist die Idee gar nicht. Außerdem ist eine gründliche Überarbeitung von iTunes längst überfällig.

iTunes ist schwerfällig, langsam und überladen

iTunes gibt es seit Jänner 2001. Zuerst diente es nur zur Verwaltung der eigenen Musikbibliothek, zur iPod-Synchronisation, zur Erstellung von Playlisten und auch der erste Online-Store wurde implementiert. Doch iTunes wuchs. Air Tunes, verschiedenste Audio-Formate, Genius, der Online-Store wurde immer umfangreicher, Filme und vor allem die umfangreiche iPhone-Administration wurden in iTunes reingepackt. Das Resultat ist eine schwerfällige, langsame und überladene Applikation.

Alles neu bei Snow Leopard! Außer iTunes?

Während so ziemlich alle Programme mit Mac OS X 10.6 Snow Leopard überarbeitet wurden, blieb iTunes bis auf ein paar Kleinigkeiten unangetastet und läuft noch immer als 32 Bit-Version. Und genau in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum Apple im Zuge der Snow Leopard-Entwicklung gerade iTunes nicht gründlich überarbeitet hat? Braucht Apple in naher Zukunft iTunes überhaupt noch?

Durch die Übernahme von Lala, kaufte sich Apple großes Know How im Online-Streaming Bereich. Auch das von Lala verwendete Geschäftsmodell (85 Cent pro Titel als Download, 10 Cent pro Titel für unbegrenztes Streamen) könnte für Apple durchaus interessant sein. Ein weiterer Hinweis ist möglicherweise das für das Jahr 2010 geplante Datacenter in North Carolina. Wozu sonst könnte Apple diese riesige Server-Farm benötigen.

Die Zukunft von iTunes liegt in der Wolke

Online-Musik-Bibliotheken bieten eine Reihe von Vorteilen. Damit wäre es vollkommen egal, von welchen Mac/PC/iPhone/iPod man auf die eigene Bibliothek zugreift – sie ist praktisch von überall verfügbar. iTunes-User kennen ja das Problem mit der einzigen und lokal gespeicherten Bibliothek. Sobald man mit mehreren Geräten auf die Bibliothek zugreifen will, hat man ein Problem. Sämtliche Lösungen mit externen Festplatten oder Servern sind allesamt nicht zufriedenstellend. Auch die Problematik mehrerer User mit eigenen Bibliotheken, die auf einen gemeinsamen Datenbestand zugreifen wollen ist bisher nicht gelöst.

Doch diese Probleme könnten sich mit dem Online-Dienst alle in Luft auflösen. Der User speichert seine Bibliothek in der Wolke. In dieser sind sämtliche Musiktitel, Filme und Apps als Verweise abgelegt. Und diese Verweise zeigen auf die eigentliche Datei, die sich irgendwo auf dem Server befindet und theoretisch nur einmal physisch vorhanden sein muss. Das Zugreifen auf die Bibliothek und sämtliche Mediendateien wäre nun problemlos von Mac, PC, iPhone oder iPod möglich – egal wo man sich gerade befindet. Klingt doch echt toll, oder?

Fazit

Nun ja, lassen wir uns von Apple überraschen. Doch wir alle kennen die aktuellen Probleme von iTunes, den lokalen Bibliotheken, die Probleme mit mehreren Usern. Wir wissen iTunes ist überladen und schwerfällig und wundern uns über die stiefmütterliche Überarbeitungen bei der Snow Leopard-Entwicklung. Wir kennen die Investitionen Apples in Serverfarmen und Online-Streaming-Technologien. Und das alles deutet für mich eindeutig in eine Richtung: die Zukunft von iTunes liegt in der Wolke.